Page tree
Skip to end of metadata
Go to start of metadata

(Die Begriffe „Ausgrenzung“ und „Exklusion“ lassen sich synonym verwenden.)

= benachteiligende Ausschließung einzelner Personen oder Gruppen von gesellschaftlicher Teilhabe (vgl. Lautmann 2011a; Lautmann 2011b und Lautmann 2011c; siehe auch soziale Ungleichheit).

Ausgrenzung kann in unterschiedlichem Umfang erfolgen und sich bezüglich der Benachteiligung bestimmter Gruppen im gesellschaftlichen Wandel auch wieder verschieben oder auflösen. Häufig sind von ihr Personen oder Gruppen betroffen (die in diesem Kontext oft auch als sozial unerwünscht gekennzeichnet werden; vgl. Lautmann 2011b), die sich anhand einer oder mehrerer Differenzkategorien vermeintlich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden (vgl. Schwarz 2010).

Daneben bestehen in einigen Theoriezweigen, beispielsweise in der von Niklas Luhmann geprägten Systemtheorie, auch andere soziologische oder sozialwissenschaftliche Auffassungen des Begriffs „Exklusion“. In der Systemtheorie ist Exklusion z.B. als zeitbezogene Nicht-Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen System definiert und dabei nicht als negativ konnotiert. Sie wird als eine Regelmäßigkeit in der Funktionsweise sozialer Systeme aufgefasst (vgl. Terfloth 2013). 

Bezüge zur Sozialen Arbeit

In der Schule oder im Jugendzentrum ist Ausgrenzung und Exklusion einzelner Kinder oder Gruppen nicht selten. Kinder können Mobbing erfahren und so z.B. innerhalb der eigenen Schulklasse zum*r Außenseiter*in werden, sich mehr und mehr zurückziehen und die Schule, aufgrund der Exklusion durch Mobbing aus der Klasse, meiden. Mobbing, und vermehrt auch Cyber-Mobbing, sind Themen, denen sich viele (sozial-)pädagogische Institutionen, und somit auch die dort Tätigen, nicht entziehen können. Das Thema Mobbing mit Kindern und Jugendlichen präventiv zu erarbeiten und zum Thema zu machen, ist daher äußerst sinnvoll. Ausgrenzung können auch ganze Gruppen von Menschen erfahren, nämlich dann, wenn sie anhand von Ethnizität, Behinderung oder auch Homosexualität exkludiert werden. So etwas kann z.B. bei Sportfesten, religiösen Veranstaltungen oder auch auf dem Arbeitsmarkt passieren. Deshalb ist es bedeutsam, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit sehr bewusst Gruppenprozesse wahrnehmen, sensibilisiert sind, Mobbing zu erkennen oder auch präventiv dafür zu sorgen, dass Ausgrenzung keine Chance hat.

Literatur

Lautmann, Rüdiger (2011a): Ausgrenzung, soziale. In: Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie (5., überarbeitete Auflage). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 67.

Lautmann, Rüdiger (2011b): Ausschließung. In: Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie (5., überarbeitete Auflage). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 68.

Lautmann, Rüdiger (2011c): Exklusion. In: Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie (5., überarbeitete Auflage). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 190.

Schwarz, Tobias (2010): Bedrohung, Gastrecht, Integrationspflicht. Differenzkonstruktionen im deutschen Ausweisungsdiskurs. Bielefeld: transcript.

Terfloth, Karin (2013): Exklusion. URL: http://www.inklusion-lexikon.de/Exklusion_Terfloth.php  [28.02.2017].

Weiterführende Literatur

Gerull, Susanne (2011): Armut und Ausgrenzung im Kontext Sozialer Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa.

Merten, Roland/ Scherr, Albert (Hrsg.) (2004): Inklusion und Exklusion in der Sozialen Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Leuphana Universität Lüneburg / Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik / Projekt "KomPädenZ Potenzial" 2017


Haftungshinweis: Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich die betreibenden Personen oder Organisationen verantwortlich.

  • No labels